Geschichte
Die Geschichte Afrikas kann gleichzeitig als Geschichte der frühen Anfänge der Menschheit gesehen werden. Grund dafür ist die Tatsache, dass die ältesten bisher bekannten menschlichen Lebensspuren ihren Ursprung in Afrika verzeichnen. Es gilt heutzutage als ziemlich sicher bewiesen, dass sich Homo erectus und später der moderne Mensch (Homo sapiens) von Afrika aus nach Asien und Europa ausgebreitet haben. Was weiters für diese Ausbreitung von Afrika ausgehend spricht, ist die Tatsache, dass die ältesten Steingeräte in Afrika gefunden wurde. Die Rede ist hierbei von den eindachen Oldowan-Geräten des „Early Stone Age“, welches auf dem europäischen Kontinent als Altpaläolithikum bezeichnet wird.
Im Norden Afrikas, genau genommen im Niltal, existierte mit Ägypten eine der ersten Hochkulturen. Darüber hinaus gab es natürlich weitere Königreiche in Westafrika, wie beispielsweise die Ashanti und die Haussa. Ebenso siedelten sich in sowohl Ost- als auch Südafrika sowie im Gebiet des heutigen Sudan einige bedeutende Kulturen an. Kulturen, welche zur damaligen Zeit ansehnliche Bedeutung genossen haben, waren die in Südafrika sesshaft gewordenen Bewohner Groß-Simbabwes. Die dort erbaute Steinburg galt damals als ein wahres architektonisches Meisterwerk. Zudem erfuhr die Burg herausragende Wichtigkeit für den Handel zwischen den Völkern des Südens und des Ostens. Hierbei sei festgehalten, dass in Ostafrika die sogenannten Swahili bekannt waren und sich dort häuslich niederließen.
Der Norden Afrikas stand durch das Mittelmeer mit Europa und Vorderasien in enger Verbindung. Die damals um die Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. im Mittelmeer vorherrschende Großmacht war Karthago – eine Stadt im heutigen Tunesien, die von den Phöniziern gegründet wurde. Karthago galt genau genommen so lange als führende Macht im Mittelmeer bis sie im Rahmen der Punischen Kriege von Rom abgelöst wurde. Ab diesem Zeitpunkt, nämlich ab 30. v. Chr. übernahm Rom, nach der Eroberung Ägyptens, die Herrschaft über ganz Nordafrika.
Schon während der Herrschaft von Königin Hatschepsut unternahmen die alten Ägypter Fahrten nach Punt, was heute ungefähr dem Gebiet rund um Somalia entspricht. Ebenso soll sich das Königreich von Königin Saba über weite Teile des Horns von Afrika bis in den Norden Äthiopiens erstreckt haben. Aufgrund der Tatsache, dass das Reich Königin Sabas dementsprechend weite Teile Äthiopiens abdeckte, führen die Herrscher Äthiopiens ihre Ursprünge, Wurzeln und generelle Abstammung auf die von Königin Saba zurück.
Im Rahmen der Völkerwanderung vollzog sich die Eroberung des römischen Nordafrikas von Marokko bis Libyen seitens der Vandalen. Bereits vor der Hedschra kam es dazu, dass arabische Stämme nach Nordafrika einwanderten. Mit dem darauffolgenden Siegeszug des islamischen Glaubens wurde Ägypten im Jahre 641, Marokko im Jahre 670 erobert. Somit kam es in den folgenden Jahrhunderten zur vollständigen Islamisierung des Nordens von Afrika und der Sahel. West- und Ostafrika wurden zumindest nur teilweise islamisiert.
Im Jahre 1250 war die Zeit angebrochen, in der sich der bereits Sechste Kreuzzug gegen Ägypten wandte. Weitere andere Kreuzzüge zu diesem Zeitpunkt richteten sich gegen Palästina. Darüber hinaus sei in diesem Kontext erwähnt, dass zwischen dem 9. und 16. Jahrhundert rund um das Gebiet des heutigen Mali einige äußerst mächtige und unabhängige Königreiche enstanden sind. Im 15. Jahrhundert vollzog sich die Erforschung der Westküste des afrikanischen Kontinents von Portugal aus. Außerdem waren es die beiden Länder Portugal und Spanien, die im 15. und 16. Jahrhundert erste Stützpunkte an der Nordküste errichteten.
Nachdem Amerika entdeckt wurde, wurde Afrika seitens der Europäer hauptsächlich als Quelle für Sklaven und billige Arbeiter „genutzt“. Ein großer Anteil der Bevölkerung amerikanischer Staaten und Länder wie beispielsweise Brasilien, Haiti und anderen weiteren Inseln der Karibik, aber auch den USA, haben ihre Ursprünge in Afrika. Man errichtete Forts an den Küsten der Länder, um dem Zweck des Sklavenhandels besser dienen zu können. Was den ostafrikanischen Sklavenhandel betraf, so sei festgehalten, dass bis ins 17. Jahrhundert arabische Händler dominierten.