Bevölkerung

Afrika beherbergt laut dem Stand 2009 ungefähr eine Milliarde Einwohner. Die Mehrheit dieser wohnt südlich der weitgehend unbesiedelten Wüste Sahara in Schwarzafrika – auch subsaharisches Afrika genannt. Im Norden Afrikas, wo hauptsächlich die Berber und Araber beheimatet sind, leben rund 210 Millionen Einwohner. Hinsichtlich der Bevölkerungsdichte sei festgehalten, dass Nigeria mit seinen 140 Millionen Einwohnern als bevölkerungsreichster Staat ganz Afrikas gilt. Das Gegenteil davon bilden die Seychellen mit nur 80.000 Einwohner. Damit stellen sie den bevölkerungsärmsten Staat auf dem afrikanischen Kontinent dar.

Die größte Stadt Afrikas ist Kairo, die Hauptstadt Ägyptens, mit 15.707.992 Einwohnern. Daraufhin folgen die Stadt Lagos in Nigeria mit 11.153.863 Einwohnern und Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo mit rund 8.096.254 Einwohnern.

Im Rahmen dieses Kapitels sei auch auf die unterschiedlichen Völker Afrikas Bezug genommen. Genau genommen lebten in Nordafrika schon vor der Ankunft der Araber rund um das 7. Jahrhundert herum einige berberische Völker. Diese waren vor allem in den gebirgigen Regionen des Maghreb beheimatet, denn genau dort konnten sie sich vor den arabischen Invasoren verstecken und Zuflucht finden. Trotz alledem gelang ihnen im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte das Vermischen mit arabischen Völkern, wodurch sie eine eigene maghrebinische Kultur, die einige Unterschiede (z.B. in der Sprache) zur traditonellen arabischen Welt aufwies, eschaffen konnten. Ebenso zählen die Völker aus dem Nordosten Afrikas, wie beispielsweise die Amharen, zu den semitischen Völkern. Die Sahara hingegen beheimatet nomadisierende Tuareg.

Im Westen Afrikas sind die Mande- und Gur-Völker sessehaft geworden. Hausa und Yoruba haben im östlichen Teil Westafrikas ihr Zuhause gefunden, Wolof und Fulbe hingegen im westlichen Teil.

Zentral- und Ostafrika werden von den Bantu bewohnt. Dabei handelt es sich um eine aus zahlreichen Völkern bestehende Gruppe. Die Khoisan-Völker, die im Süden Afrikas sesshaft geworden sind, gehören neben den bereits genannten Berbern und Tuareg in der Sahara und den Massai in Ostafrika den indigenen Völkern an.

Insgesamt existieren über 2.000 eigenständige Sprachen, von denen jedoch nur rund 50 zu den sogenannten „größeren Sprachen“, welche von jeweils über einer Million Menschen gesprochen werden, zählen. Als die wichtigsten afrikanischen Sprachen gelten vor allem Swahili, Igbo, Hausa und Fulfulde. Natürlich sind auch noch viele der ehemaligen europäischen Kolonialsprachen präsent, die heutzutage noch in vielen Gebieten Afrikas gesprochen werden.

•    Afroasiatische Sprachen: Arabisch, Hausa, Amharisch
•    Niger-Kongo-Sprachen: Bambara, Swahili, Wolof, Yoruba, Zulu
•   Sprachen auf Madagaskar: Austronesische Sprachen wie Malagasy, Howa, Merina-Dialekte.

Außerdem gibt es auf dem afrikanischen Kontinent die sogenannten Khoisan-Sprachen. Diese werden von den gleichnamigen Völkern in Südafrika gesprochen. Als besondere Charakteristika dieser Sprachen können Klicklaute genannt werden.

Was die Thematik der Religion betrifft, so sei festgehalten, dass in sowohl Nord- als auch Ost- und Westafrika der Islam weit verbreitet ist. Laut Angaben des Auswärtigen Amtes gehören rund 44,2% der Afrikaner dem islamischen Glauben an. Darüber hinaus gibt es Schätzungen zufolge rund 13-20% Afrikaner, die die Religion des sogenannten Animismus praktizieren. Der restliche Teil der afrikanischen Bevölkerung, d.h. 38-43%, gehören christlichen Konfessionen an. Der Großteil der Christen Afrikas ist im Süden des Kontinents beheimatet.

Im Rahmen der Gesundheit und allgemeinen Gesundheitsversorgung sei festgehalten, dass die durchschnittliche Lebenserwartung einer afrikanischen Frau bei 55 Jahren, die eines afrikanischen Mannes bei 53 Jahren eingestuft werden kann. Diese Lebenserwartung gestaltet sich demnach als weit niedriger als auf anderen Kontinenten der Erde. Darüber hinaus gilt Afrika als der von HIV/AIDS am stärksten betroffene Kontinent. Rund 4% der afrikanischen Bevölkerung tragen das HIV-Virus in sich.